Mit zeitloser Musik und Tanz ins Osterwochenende

Die Tage werden länger, die Krokusse öffnen ihre Blüten und die Vögel zwitschern vergnügt in den Zweigen. Während wir selbst unsere Frühjahrsmüdigkeit abschütteln, die ersten Sonnenstrahlen genießen und uns auf die warme Jahreszeit freuen, steigt die Laune und wir beginnen vor uns hinzupfeifen oder ein Lied zu summen, weil der Frühling uns in seinen Bann zieht. Genau die richtige Zeit, um in ein langes Wochenende zu tanzen. Da kam der „Ostertanz“ in der Altstadthalle in Angermünde für viele gerade richtig. Am Abend des Karsamstags spielte die Band „Zeitlos“ auf und hielt bis knapp in den Ostersonntag die Gäste mit ihren Liedern auf der Tanzfläche fest.

Langsam füllte sich die Altstadthalle. Bis 22 Uhr waren um die 160 Gäste eingetroffen und viele Paare hatten sich schon auf der Tanzfläche eingefunden, um das Standard-Tanz-Repertoire aufzufrischen. Die Laune war von Anfang an gut. Man spürte förmlich, dass die Angermünder sich freuten, auf alte Bekannte und Freunde zu treffen, zu plauschen und eine Zeitreise durch die Musik zu erleben. Denn genau dies ist die Stärke der Partyband „Zeitlos“. Ob Schlager, 80er- und 90er-Jahre Musik oder Lieder aus dem neuen Jahrtausend, die Musiker mischten ihr Programm perfekt, sodass niemand auf seinem Stuhl sitzen blieb.

Wer sich nach einigen Tänzen unterhalten wollte, hatte in den Bandpausen Gelegenheit dazu. Zwar gab es Musik aus der „Dose“, die Lautstärke blieb aber gemäßigt und man hatte Zeit, beim Nachbartisch kurz „Hallo“ zu sagen, ein Getränk zu bestellen oder eine Kleinigkeit zu essen. Sobald die Lightshow aber losging und die Decke der 1914 erbauten Altstadthalle sich in ein Blütenmeer aus Lichtern verwandelte, war es wieder so weit: Die Band nahm ihr Programm von Schlagern, Pop und Rock erneut auf und lud zum rhythmischen Hüftschwung ein. Es hätte sicherlich die ganze Nacht so gehen können, dass sah man dem Publikum an. Gerne wären alle noch geblieben und hätten den Weg nach Hause in den ersten Sonnenstrahlen gefunden. Dennoch mussten die Musiker um 1 Uhr ihre Sachen packen und auch die Musik vom Band sollte kurze Zeit später eingestellt werden, aus Rücksichtnahme gegenüber den Nachbarn.

Wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Es ist sehr rücksichtsvoll, dass die Veranstalter – Veranstaltungsmarketing Grothe mit Unterstützung von Steven Grubert und Martin Stolzenberg ‑ sich Gedanken darüber gemacht haben, die Nachbarschaft nicht über zu strapazieren und den Anwohnern die nötige Nachtruhe zuzugestehen. Vor allem an religiösen Feiertagen müssen wir an diejenigen denken, für die die Karwoche eine Trauerwoche – eine Woche der Stille –und Ostern das Fest der Auferstehung Christi ist. Wer daran nicht glaubt, darf nicht vergessen, dass wir die freien Tage der Religion zu verdanken haben und deshalb auch Rücksicht nehmen müssen. Ist es nicht klasse, dass es in Angermünde diese Rücksichtnahme noch gibt, die sich in Großstädten schon längst ins Gegenteil gewendet hat? Denn dort hat derjenige, der gerne schlafen möchte, Verständnis für die Feierwütigen aufzubringen. Durch die Rücksichtnahme der Veranstalter und deren Gäste wird es sicherlich auch im nächsten Jahr wieder einen „Ostertanz“ geben und vielleicht hat sich das Ereignis bis dahin weiter herumgesprochen, sodass sich noch mehr Angermünder auf der Tanzfläche der geschmückten Altstadthalle einfinden.

- Kena Hüsers ‑