Hast Du schon gewusst, am Mündesee da schwimmen Hirsche!

der Mündesee liegt unmittelbar nördlich der Stadt Angermünde in der Uckermark und ist 120 Hektar groß. Die Angermünder Ortsteile Kerkow und Dobberzin liegen am West- bzw. Ostufer des Sees, während der Nordbereich durch eine lange Halbinsel stärker gegliedert und weitgehend naturbelassen ist. Das Stadtzentrum von Angermünde liegt zwei Gehminuten vom Südufer des Sees entfernt.

Der der See ist eng mit der Geschichte der Stadt Angermünde und mit der Entstehung des Stadtwappens verbunden. Alles Wissenswerte rund um diese Geschichte und die aufreibende jährliche Jagd nach dem Hirsch Hannibal erfahrt ihr hier!       

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 Fröhliche Geburtstagsparty mit kleinen Hindernissen | 10 Jahre Hirschschwimmen ohne Hirschschwimmen


„Die Sonne scheint heute im Herzen und nicht am Himmel, aber vielleicht kommt das ja noch!“, hoffte Frederik Bewer am Samstag in seiner Eingangsrede und behielt nicht ganz unrecht damit. Denn die vielen Wolken am Himmel meinten es gut mit Hirsch Hannibal und der großen Jubiläumfeier rund um die Hirschjagd am Mündesee. Sie gruppierten sich zwar immer wieder zu größeren Formationen und schlossen die Sonne von der Veranstaltung gerne einmal aus, behielten ihre Regentropfen jedoch für sich und zogen friedlich über Angermünde hinweg. Ein Zeichen, das als gutes Omen ausgelegt werden konnte, was es schlussendlich dann aber leider nicht war.


Alles fing gut an. Hirsch Hannibal und Bürgermeister Frederik Bewer eröffneten pünktlich um 15 Uhr die Jubiläumsparty des mittlerweile legendären Hirschschwimmens, das sich mit der Sage um die Jagd eines Zwölfenders am Mündesee befasst und diese – seit der 775-Jahrsfeier der Stadt –spielerisch nachstellt. Während Hirsch Hannibal ein bisschen über die vergangenen Zeiten plauderte, berichtete Frederik Bewer von seinem ersten Hirschschwimmen im letzten Jahr. Damals noch mit geliehener Badehose. Dieses Mal sei er vorbereitet, erklärte er schmunzelnd und versprach am abendlichen Duathlon teilzunehmen. Kurz erläuterte er, dass diese neue Disziplin eine Erweiterung des Hirschschwimmens sei, bei der zusätzlich eine Laufstrecke von eineinhalb Kilometern zurückgelegt werden müsse. Ebenfalls neu war, dass die Feier nicht mit dem Stadtfest und dem 25. Uckermärkischen Blasmusikfest zusammengelegt, sondern zwei Wochen vorher separat abgehalten wurde. Doch ganz alleine feierte man den runden Geburtstag dann doch nicht, denn in der Templiner Straße lud die Wohnungsgenossenschaft zur 60-Jahr-Feier ein. Dass die Veranstaltungen so nahe beieinander lagen war für die Gäste doppeltes Glück, sie konnten schnell hin und her pendeln, ohne etwas zu verpassen.


Nachdem sich Hirsch Hannibal bei der von Frederik Bewer und Erik Lupa neugegründeten Stiftung „Xtrem Angermünde“ und dem „Hirschschwimmen e.V.“ für die Hilfe bei der Organisation bedankte, eröffnete der Journalist und Schlagerfreund Michael-Peter Jachmann das Rahmenprogramm und begrüßte herzlich die Sängerin Regina Thoss, die mit Elan und kräftiger Stimme schnell das Publikum begeisterte und in Fahrt brachte. Ihre Show eröffnete sie mit ihrem großen Hit „Die Liebe ist ein Haus“ und schritt dabei beschwingt durch die Reihen der Zuschauer. „Ihr hättet mir hier vorne eine kleine Bühne hinstellen sollen“, erklärte sie schelmisch und wies darauf hin, dass ihr die große Bühne zu weit vom Publikum entfernt sei. Wer die Schlagersängerin noch nicht kannte, hatte jetzt das Vergnügen sie durch viele kleine Anekdoten aus ihrem Leben kennenzulernen, die sie mit Humor und Charme rüberbrachte. Stolz erzählte sie von ihrem 50. Berufsjubiläum im vergangenen Jahr. „1966 habe ich meinen Nachweis erhalten, dass ich den Beruf als Sängerin ausüben darf. Ja, so war das damals, da bekam man das noch schriftlich“, berichtete sie weiter und gab ihren Tipp ab, wie man dem biologischen Alter ein Schnippchen schlagen kann: „Jeden Tag lachen, auch wenn es nichts zu lachen gibt, dann wird man so alt wie Johannes Hesthers“. Regina Thoss macht ihr Beruf sichtlich Spaß, was mit begeistertem Applaus gewürdigt wurde.


Zu einer großen Geburtstagsparty, die gerade auch die kleinen Angermünder und jungen Besucher der Uckermark ansprechen soll, gehören Torte und Spiele einfach dazu. Darum lud Hirsch Hannibal seine Gäste zu einer großen Geburtstagstafel ein und ließ dabei kein beliebtes Partyspiel aus. Während einige Kinder versuchten, ein Wattebällchen mit dem Strohhalm anzusaugen und weiterzureichen, ließen sich schminkbegeisterte Mädchen und Jungen von Skadi Töpfer alias Schminkerbell in Tiger, Löwen und Co. verwandeln.


Das Fest wurde von vielen Besuchern als Treffpunkt genutzt, um die alten Freunde wiederzusehen, die es in andere Orte verschlug. Aber auch Kurz- und Langzeittouristen mischten sich unters Publikum und kamen mit anderen Gästen und Einheimischen in Kontakt. Die Stimmung war gelöst, was sich sichtlich in der Tanzbereitschaft widerspiegelte. Als die Beatpiloten das erste Mal auflegten, begannen die ersten Rhythmusliebhaber – meist Frauen – das Tanzbein zu schwingen, bis Hirsch Hannibal und Bürgermeister Bewer bedrückt die Bühne betraten, um die traurige Nachricht des Abends zu verkünden. Das Hirschschwimmen musste ausfallen, weil sich nur drei Teilnehmer für das Duathlon angemeldet hatten. Die Mitglieder des DLRGs hatten bereits Position bezogen, kamen nun aber zum Feiern ebenfalls auf die Tanzfläche oder setzten sich mit ihrem Bierchen zum Plauschen an die Tische. Der Ausfall der wichtigsten Disziplin – der traditionelle Höhepunkt der Veranstaltung – wurde zwar enttäuscht von allen aufgenommen, ließ die gute Stimmung und Feierfreudigkeit der Angermünde aber nicht abbrechen. Die Beatpiloten hatten nun leichtes Spiel; ob Schneewalzer, Evergreens, Sommerhits oder neue Rhythmen, getanzt wurde zu jeder Musik und gefeiert bis in die späten Nachtstunden. | Kena Hüsers

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