Hier gibt es noch mehr zu entdecken...

 ... in der Franziskaner Klosterkirche, von der es erstmals Aufzeichnungen aus dem Jahr 1299 gibt und die mit ihrem schmalen südlichen Seitenschiff und dem breiten Hauptschiff eine Besonderheit ist, finden nun schon zur Tradition gewordene Veranstaltungen wie das Mittsommertheater, das Uckermarkische Blasmusikfest und die Angermünder Bluesnacht statt. In diesem Jahr feiern hier die Wirtschafts– und Kulturtage ihr 15-jähriges Bestehen. Wirtschaft, Kunst und Kultur gibt es hier für die Besucher unter einem Dach zu erleben.

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Ne, was war das schön - die 15. Wirtschafts- und & Kulturtage in Angermünde und ihre Jubiläumsfeier mit spätem Ende
Mit Fanfaren und Trommeln wurde die diesjährige Wiku eröffnet. Der Angermünder Fanfarenzug, der letztes Jahr seinen 40. Geburtstag feierte, legte auf der Bühne ab 11 Uhr ordentlich los, als die ersten Besucher sich an den Ständen vor dem Kloster einfanden, um ein herzhaftes zweites Frühstück zu genießen. Köstlich roch es vom Holzkohlegrill über den Platz. Es gab Wildschwein am Spieß, Bratwurst, Pommes und von der Bäckerei „Reichau“ den Klassiker: das Schmalzbrot. Die frierenden Gäste des Festes wurden von der Mosterei „Klimmek“ mit heißen Säften versorgt und wer es etwas hochprozentiger mochte, konnte den Sommerglühwein am Stand „Die rollende Weinbar“ verköstigen. Eine halbe Stunde später wurde die Wiku offiziell von Susann Löscher, Geschäftsführerin Angermünder Bildungswerk e.V., Landrat Dietmar Schulze, Siegmund Bäsler, Präsident der Unternehmervereinigung Uckermark, Anne Schubert, Brandenburgs diesjährige Erntekönigin, und natürlich unserem Bürgermeister Frederik Bewer eröffnet. Nach der Eröffnungsrede schlemmte sich das Oberhaupt der Verwaltung ebenfalls durch die regionalen Produkte der Marktstände, während Kerstin Lehmann vom Schlager-Duo Kerstin & Gregor durchs weitere Programm führte.


Durch die Kälte trieb es viele Gäste von den Bänken vor der Bühne ins Innere des Klosters. Besonders beliebt waren auch in diesem Jahr die Präsentationen der Angewandten und Bildenden Künstler. So konnte der Besucher sich bei Ute und Andreas Ludwig fotografisch verewigen lassen und die Portraits für fünf Euro zu Hause downloaden. Die Erlöse des Landschaftskalenders 2017, der Postkarten und einiger ausgewählter Bilder kommen der „Deutschen Hirntumorhilfe e.V.“ zugute. Hirsch Hannibal warb für das 10. Hirschschwimmen am 17. Juni, das dieses Jahr mit großer Jubiläumsparty zelebriert wird. Gleichzeitig bewarb Steffen Tuscherer, der sich unter dem Kostüm des Hirsches verbirgt, sein neues Buch „Na toll! Ich lebe noch“. Um das Jubiläumsfest am Mündesee ging es auch am Stand der Volksbankfiliale. „Beim Minigolfen können die Teilnehmer Punkte sammeln. Es gibt nicht nur einen Preis für jeden Spieler, für jeden erzielten Punkt gehen zehn Cent an den Angermünder Kulturverein oder ans Hirschschwimmen“, erzählte Petra Peters von der hiesigen Volksbankfiliale. Und während Kerstin Bode über ihre Töpferkurse und Kinder-Events für die umliegenden Kindergärten erzählte und über die kleinen Glücksbringer berichtete, die sie mit den Sechsjährigen für die bevorstehende Einschulung bastelt, ging es draußen auf der Bühne ebenfalls mit den Kleinen weiter. Die Vorschüler der Integrationskindertagesstätte „Haus der kleinen Zwerge“ sangen das Lied „Hey, jetzt kommt der Music-Man“ und tanzten mit ihren kleinen, bunten Schleiern „Das Regenbogenlied“. Unter dem Motto „Musik macht Spaß“ bietet Heidi Rades musikalische Projekte in der Früherziehung an und gab hieraus einen Einblick mit ihren elf Zwergen aus der Ehm-Welk-Straße.


Als die Sonne gegen Mittag die Wolkendecke durchbrach, kamen die Gäste auch wieder aus dem Kloster, um die Angermünder Frühjahrs- und Sommermode zu begutachten. Auch wenn niemandem nach kurzen Röcken, Hosen oder Blusen zumute war, gab die Modenschau dennoch etwas Hoffnung auf bessere Zeiten. Während Kerstin Lehmann – mit ordentlich Wind in den Haaren – durchs stylishe Programm führte, genossen die Angermünder auf den Bierbänken die heiße Schokomilch von „Hemme“. Gute Laune und die Vorfreude auf Gartenwetter verbreitete auch das schöne Blumenangebot der „Syringa GmbH“ für Garten- und Landschaftsbau. Bis 17 Uhr wurden die Besucher mit Gesangs- und Tanzaufführungen und weiteren Modenschauen bei Laune gehalten. Dann folgte der Auftritt der Schlagersängerin Christin Stark, die später von den rockigen „Beatpiloten“ abgelöst wurde. Die Gaststätte „Zum Hungerstein“ erinnerte mit ihrem Angebot daran, dass Angermünder bis ins 16. Jahrhundert den Beinamen „Ketzerstadt“ trug. Das Restaurant aus der Jägerstraße bot Ketzerbier, Ketzersuppe und Ketzergulasch an. Diese kleine geschichtliche Reise in die dunkle Vergangenheit der Stadt konnte am Stand des Stadtarchiv vertieft werden. Steve Schmidt zeigte das Bürgerbuch von 1548, das alle Bewohner beinhaltet, die das Bürgerrecht zur damaligen Zeit erworben hatten. Auch über die Restaurierung der Mälzerei, deren Originalbaupläne vom Maurermeister August Harpe noch vorliegen, konnten sich die Uckermärker informieren. Mit großem Stolz präsentierte der Stadtarchivar eine Karte aus dem Jahre 1771. „Das ist nicht die älteste Karte von Angermünde, die uns vorliegt. Die älteste Karte ist aus dem Jahre 1760, doch die wollte ich nicht mitbringen“, erzählte Steve Schmidt begeistert und zeigte gleich noch die letzte Ausgabe des DDR-Blattes „Neuer Tag“. „Diese Zeitung wurde nach der Wende die MOZ.“ Auch die erste Angermünde Gazette, den „Angermünder Anzeiger“, hatte er zur Ansicht mitgebracht.


Im Kloster ging es auf der kleinen Bühne musikalisch zu. Hier wurden Country-Songs und Oldies in deutscher Sprache von Willy & Co. dargeboten. „Wir möchten, dass unsere Texte verstanden werden. Deutsch ist eine schöne Sprache, darum haben wir alle Lieder, die wir spielen, aus dem Englischen übersetzt“, erzählte der Bandleader und stimmte sich auf seinen Auftritt ein. Um 15 Uhr trat der Lehrer für Holzblasinstrumente Victorian Stoica auf. Der Kulturpreisträger der Stadt Prenzlau wurde nach seinem Programm von der Tanzgruppe „Phönix“ aus Schwedt abgelöst. Die Jubiläumsfeier endete erst gegen 22 Uhr und begann am Sonntagvormittag gleich wieder mit tollen Tanz- und Musikdarbietungen. Nachdem der Schlagersänger Anthony aus Dresden das Publikum zum Mitsingen animierte, klang das Fest mit der Tombola-Verlosung langsam aus. Wieder einmal war die Wiku nicht nur interessant und informativ, sie sorgte auch für viele nette Gespräche unter den Besuchern, die trotz des aufkommenden Hagels miteinander lachten, aßen, tranken, sangen und fröhlich feierten. | Kena Hüsers

 

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