Die Sprachwoche – Ein vielseitiges Programm für Angermünde | Ein neues Projekt sollte sich etablieren und die Angermünder*innen zum Mitmachen animieren. Die „Woche der Sprache und des Lesens“ öffnete an vielen Plätzen in Angermünde ihre Bühnen für Profis und Laien. Viele sind diesem Aufruf gefolgt, haben ihr Talent unter Beweis und sich dem Publikum gestellt. Das gemischte Programm wurde gut angenommen und zahlreiche Gäste ließen sich vier Tage lang unterhalten und genossen die Vielschichtigkeit der Darbietungen.


Eröffnet wurde das Programm am 22. Mai von Nadine Celinger, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Uckermark und Schirmherrin der „Woche der Sprache und des Lesens“, Kena Hüsers, Schriftstellerin und Ideenbringerin der Sprachwoche, Kristin Neujahr von der Stadt Angermünde als Unterstützerin und Christina Greßmann, die in die Projektwoche mit einer Tanzveranstaltung für Kinder startete.


Das Programm für die vier Tage war abwechslungsreich und für alle Altersgruppen geeignet. Konnten Jugendliche im Rathaus sich Liebesbriefe auf acht verschiedene Sprachen übersetzen lassen und im Atelier Uhlig bei der Übersetzerin Kathrin Janka an einem experimentellen Schreib(Kunst)Workshop teilnehmen, gab es für die Erwachsenen Lesungen an unterschiedlichen Orten. Johannes Kersthold untermalte einige davon mit Musik an Klavier und Keyboard. Einige Veranstaltungen waren generationsübergreifend, sodass am Poetry Slam im Jugendzentrum „Alte Brauerei“ das Teilnehmeralter zwischen zwanzig und sechzig lag, was die Sache besonders spannend machte. Denn gerade das Treffen der Generationen ist in unserer Zeit sehr wichtig. Das Verständnis füreinander und das Ziehen an einem Strang, um politische Themen wie Umweltschutz, Bildung und Alters-/Kinderarmut gemeinsam zu besprechen und anzugehen, ist wichtiger als nie zuvor in diesem Jahrhundert. So wurde auch der „Tag der Nachbarn“ in der Pestalozzistraße der Wohnungsgenossenschaft zum Austausch von Jung und Alt genutzt.


Um ein bewusstes Miteinander ging es auch am Freitag im Rathaus und auf dem Marktplatz. Während im Ratssaal gesungen wurde, entstand auf dem Vorplatz ein Lichterlabyrinth aus Kerzen. Wer sich auf den langen Weg in die Mitte einließ, verstand schnell, worum es der Künstlerin Moni Stehberger ging. Sich Zeit nehmen. Den Augenblick bewusst genießen und sich an kleinen Dingen freuen. Und das spiegelte sich in den Gesichtern der Menschen wider, die durch das Labyrinth langsam und bedacht wandelten. Moni Stehberger nahm an der Sprachwoche teil, weil sie es toll findet, mit unterschiedlichen Persönlichkeiten in Kontakt und ins Gespräch zu kommen. „In unserer schnelllebigen Zeit wird oft vergessen, sich gegenseitig in die Augen zu gucken und sich Zeit für einander zu nehmen. Dafür ist die Sprachwoche perfekt geeignet“, sagte sie.


Die Projektidee kam nicht nur bei den Projektpartner*innen und Angermünder*innen gut an. Im März gewann das Veranstaltungskomitee den dritten Platz bei der IHK-CityOffensive Ostbrandenburg. Mit dem Preisgeld konnte die Grundidee noch weiter ausgebaut werden, sodass sogar ein sagenhafter Gruselbus für die Abschlussfahrt am Samstag organisiert wurde. Mit dem gut besuchten Bus ging es zum Wolletzsee, nach Altkünkendorf und über Kerkow zurück zum Rathaus. Der Bus hielt an schaurig-schönen Orten, an denen Sagen, Legenden und Gänsehautgeschichten in der Abenddämmerung vorgetragen wurden. Eine Veranstaltung, die auf großen Zuspruch stieß und aus der die Bitte laut wurde, den Gruselbus in Angermünde regelmäßig zum Einsatz zu bringen.


Das Organisationsteam der ersten Sprachwoche in Angermünde ist sich einig: Im nächsten Jahr geht es weiter.

Schöne Erinnerungsfotos liefert Ute Ludwig von rund-UM-photo | Kena Hüsers